Body Positivity: Ich bleibe wie ich bin

Kaum ist der Jahreswechsel rum, schießen sie wieder wie Pilze aus dem Boden und verstopfen den Briefkasten: Die Hochglanzprospekte mit schönen, starken, schlanken bzw. halb verhungerten Menschen. „Jetzt für 99 Euro monatlich trainieren so viel du willst“ oder „In 3 Wochen zur Traumfigur“ schreien sie dir in 30-Punkt-Schrift entgegen. Angeblich muss jetzt jeder die Feiertagspfunde wieder abspecken und sich dafür stundenlang im Fitnessstudio quälen und/oder vermeintliche Schlankheitswunderpillen einwerfen. Muss er? Hier stellt sich erstens die Frage, wer eigentlich bestimmt, wie ein Mensch auszusehen hat. Und zweitens: Wie viele entsprechen in der Realität dieser fiktiven Norm? Schein und Sein liegen hier sehr weit auseinander. Kein Wunder, denn mit dem wahren Leben hat das alles überhaupt nichts zu tun. Hält man sich an Fakten und nicht Fake, zählen einzig und allein medizinische Gründe als Anlass zum Abnehmen. Solange du dich in deinem Körper wohlfühlst und gesund bist, kannst du die ganzen Prospekte getrost dahin werfen, wo sie hingehören: in den Müll.

Unglücklich schlank oder glücklich stark?

Mit dieser Body Positivity bist du so manchem Sportfreak, der vordergründig ach so fit und zufrieden ist, um einiges voraus. Wer sich in der Sport- und Diätszene etwas auskennt, der weiß nämlich von den dunklen, versteckten Seiten der schönen Scheinwelt. Doping ist selbst bei Hobbysportlern erschreckend weit verbreitet und so mancher arbeitet sich an den selbst gesteckten Zielen verbissen und freudlos ab. Burn-out, Depressionen, Schmerzen und Erkrankungen sind nicht selten die Folge – nur postet niemand davon ein Bild in den Sozialen Medien oder erzählt seinen Mitmenschen, wie schlecht es ihm tatsächlich geht. Wer sich bewusst für einen anderen, eigenen Weg entscheidet, läuft Gefahr, von der Community als willensschwach und bequem stigmatisiert zu werden. Dann hilft es oft nur, einen harten Schnitt zu machen und sich manchmal auch von gewissen Menschen, Kanälen und Kontakten zu trennen.

Veränderungen sind gut – wenn sie zu dir passen

Was die Neujahrsvorsätze betrifft, so kannst du natürlich eine kleine Bilanz der letzten zwölf Monate ziehen. War alles unter dem Strich in Butter, gibt es auch keinen Grund, groß was zu ändern. Hier und da über den Tellerrand zu gucken und seinen Horizont zu erweitern, schadet aber auch nicht. Wichtig ist, dass der Wunsch nach Veränderungen aus dir selbst heraus entsteht und nicht von außen kommt. Wenn du wirklich Lust hast, mehr für deine Fitness zu tun, dann mach das. Wenn nicht, dann lass es sein und bleib einfach wie du bist. Höre in dich hinein, was dir Freude bereitet und dir gut tut. Zugegeben, hier deinen eigenen Weg zu finden und auf die überall postulierten Vorsätze und Vorgaben zu pfeifen, ist nicht einfach und kann ganz schön anstrengend sein. Mitunter lohnt es sich aber, die Komfortzone auch mal zu verlassen und Neues auszuprobieren, wenn du das wirklich willst. Das geht natürlich das ganze Jahr über und nicht nur ab dem 1.1.

Diese Tipps helfen dir, zufriedener zu werden

Hast du etwas gefunden, dass du in die Tat umsetzen willst, helfen dir ein paar kleine Tricks. Zunächst einmal: Kleine Schritte fallen dir viel leichter als große Sprünge. Der Hauptgrund, warum Vorsätze scheitern, liegt darin, dass zu viel zu schnell gewollt wird. Möchtest du zum Beispiel dein Essen mehr genießen und nicht hektisch herunterschlingen, beginne mit einer Mahlzeit, etwa dem Frühstück. Erst wenn du dieses wie selbstverständlich in Ruhe einnimmst, kannst du nach und nach Mittag- und Abendessen sowie Snacks dazu nehmen. Achte darauf, den Genussvorsatz möglichst jeden Tag durchzuhalten – nur so verfestigen sich Verhaltensänderungen und werden zur Gewohnheit. Klappt es mal nicht, dann mach dich deshalb nicht fertig. Nobody is perfect, nächstes Mal gelingt es wieder. Leite die Veränderung bewusst ein, indem du dir vor dem Essen einen Leitsatz vorsagst, etwa: „Ich achte jetzt auf jeden Bissen und genieße diese Mahlzeit mit allen Sinnen.“ Kleine Mantras helfen dir übrigens auch, so zu bleiben wie du bist – auch wenn anderen das vielleicht nicht passt und sie Zweifel in dir säen. Sag dir jeden Tag selbst etwas Nettes und sei gut zu dir. Das klingt simpel, geht im Alltag aber oft genug unter.

Welche Kniffe helfen dir, deine Body Positivity aufrechtzuerhalten? Lass es uns gerne im Kommentarfeld wissen!

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