Ist der Camping-Trend etwas für dich?
Kapitän der Landstraße sein, die große Freiheit genießen und dort Halt machen, wo es am schönsten ist: Diese Vorstellung vom Camping bringt seit Jahren immer mehr Menschen dazu, diese Form des Urlaubs in Betracht zu ziehen. Die Corona-Pandemie war dabei ein Trendbeschleuniger, doch der Boom hält bis heute an: 2025 zählten die Campingplätze in Deutschland rund 44,7 Millionen Übernachtungen – so viele wie noch nie und etwa ein Viertel mehr als 2019. Mit einem Wohnwagen bzw. Wohnmobil bist du eben maximal flexibel und hast deine „Ferienwohnung auf Rädern“ immer dabei. Die romantischen Bilder vom einsam stehenden Reisemobil vor einem prächtigen Sonnenuntergang sind aber nicht immer die Realität. Denn auch beim Camping gibt es einiges zu beachten.
In diesem Ratgeber erfährst du, was ein Wohnmobilurlaub wirklich kostet, welcher Führerschein reicht, wo du über Nacht stehen darfst – und worauf du als Mann mit Format achten solltest, damit es auch im Wohni bequem bleibt.
Camping ist teurer und aufwendiger als man denkt
Da wäre zunächst einmal der Kostenfaktor. Wenn du nicht gerade nur mit einem Zelt und deinem Fahrrad unterwegs bist, sondern ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mietest, kommt einiges zusammen. Leih- und Versicherungsgebühren, Campingplatzmiete, Maut, Ausflüge, Essen und Sprit läppern sich – 10 Tage kosten da in der Hauptsaison schnell 3.000 Euro! Und günstiger wird es nicht: Wohnmobilstellplätze waren 2025 rund ein Drittel teurer als 2020.
Was kostet ein Wohnmobilurlaub? Eine Beispielrechnung
So kann eine 10-tägige Reise mit einem gemieteten Wohnmobil in der Hauptsaison grob aussehen:
| Posten | Grob geschätzt |
|---|---|
| Miete (10 Tage à ca. 150 €) | 1.500 € |
| Servicepauschale, Endreinigung, Gas | 150–250 € |
| Campingplatz (10 Nächte à ca. 40 €) | 400 € |
| Sprit (rund 1.500 km) | ca. 300 € |
| Maut, Vignetten, Fähren | 50–150 € |
| Essen und Ausflüge | ab 500 € |
| Gesamt | ca. 2.900–3.100 € |
Je nach Fahrzeug, Reiseziel und Saison kann es deutlich günstiger oder teurer werden. In der Nebensaison sparst du bei Miete und Stellplatz oft eine Menge.
Gute Planung ist Pflicht
Dafür musst du dich im Gegensatz zu einer Pauschalreise in dieser Preiskategorie um alles selbst kümmern. Das geht bei der sorgfältigen Planung der Reise los: Einfach drauf los ist vor allem in den Hauptferienzeiten keine gute Idee. Dann sind viele Campingplätze auf beliebten Routen ausgebucht. Bedenke außerdem, dass du dich um die Funktionstüchtigkeit des „Wohnis“ kümmern musst. Wassertank, Gasflaschen, Bordbatterie, Abwasserentsorgung, Beladung – das alles liegt in deiner Verantwortung.
Frei stehen und Wildcampen: Was ist erlaubt?
Wer keine Reservierung hat, steht in einigen Ländern vor einem großen Problem. In den Niederlanden etwa darfst du nur auf Camping- und Stellplätzen übernachten – und das, obwohl die Holländer als Europas Camper schlechthin gelten. In Deutschland ist Wildcampen grundsätzlich verboten. Erlaubt ist aber, für eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz zu übernachten, um deine Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Dabei darfst du kein „Campingverhalten“ zeigen: Tisch, Stühle und Markise bleiben drin. Ähnliche Regeln gelten in Österreich, allerdings mit regionalen Einschränkungen. Informiere dich auf jeden Fall vorher genau, was wo erlaubt ist, sonst drohen saftige Geldbußen.
Einsamkeit und Ruhe? Oft Fehlanzeige!
Ein weiterer Punkt, der nicht selten etwas verklärt wird, ist der Erholungswert beim Camping. Möchtest du durch diese Art der Ferien lauten Hotels entgehen, ist das nur bedingt möglich. Auf Zeltplätzen stehen alle dicht an dicht und du bekommst vom Nachbarn womöglich mehr mit, als dir lieb ist. Geselligkeit ist hier fast Pflicht. Übernachtstellplätze liegen häufig an viel befahrenen Straßen oder mitten in Ortschaften. Und unterwegs können lange Staus ganz schön nerven und ermüden. Wie du auf langen Strecken bequem sitzt, liest du übrigens in unserem Beitrag Autofahren mit Format.
Wohnmobil fahren: Übung und der richtige Führerschein
Du solltest dem Wohnmobil außerdem fahrtechnisch gewachsen sein. Gerade für die erste Caravaning-Reise empfiehlt es sich, nicht gleich das XXL-Wohnmobil zu mieten. Rangieren auf engen Plätzen will gelernt sein! Das gilt erst recht für Wohnwagen: Das Gespann aus Zugfahrzeug und Anhänger zu lenken, solltest du vorher geübt haben.
Checke auch, ob dein Führerschein für das Wohni der Wahl ausreicht. Mit der Klasse B darfst du Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht fahren. Für ein Gespann aus Auto und Wohnwagen gilt mit Klasse B ebenfalls die Grenze von 3,5 Tonnen, mit der Erweiterung B96 sind es bis zu 4,25 Tonnen. Wer noch den alten Führerschein Klasse 3 hat, darf deutlich schwerere Fahrzeuge bewegen. Gut zu wissen: Nach einer neuen EU-Richtlinie sollen Wohnmobile bis 4,25 Tonnen künftig auch mit Klasse B erlaubt sein. In Deutschland gilt das aber erst, wenn die Regel umgesetzt ist – spätestens Ende 2029. Bis dahin bleibt es bei 3,5 Tonnen.
Camping in großen Größen: So wird’s bequem
Ein Wohnmobil ist kein Hotelzimmer: Betten, Nasszelle und Sitzgruppe sind auf engem Raum untergebracht. Damit du dich trotzdem wohlfühlst, lohnen sich ein paar Punkte schon vor der Buchung:
- Probeliegen und Probesitzen: Schau dir das Fahrzeug vorher an. Wie lang und breit sind die Betten? Kommst du bequem in die Nasszelle und an den Tisch der Sitzgruppe? Ein Grundriss mit Einzelbetten oder Queensbett bietet oft mehr Platz als ein schmales Hubbett.
- Zuladung beachten: Im Leergewicht ist meist nur ein Fahrer mit 75 Kilogramm eingerechnet. Jeder weitere Mitfahrer, Wasser, Gepäck und Fahrräder gehen von der Zuladung ab – und die beträgt bei vielen 3,5-Tonnern nur wenige hundert Kilogramm. Rechne lieber einmal mehr nach, bevor du überladen unterwegs bist.
- Der richtige Stuhl: Viele Campingstühle sind nur bis 100 oder 120 Kilogramm belastbar. Ein stabiler Campingstuhl in XXL von Crespo trägt deutlich mehr und ist auch nach dem fünften Grillabend noch bequem.
- Kleidung für jedes Wetter: Auch beim Camping gilt das Zwiebelprinzip. Pack eine wetterfeste Regenjacke ein und bequeme Outdoor- und Wanderbekleidung, die beim Ein- und Aussteigen nicht spannt.
Die große Reisefreiheit als kleines Abenteuer
Wer gut plant, möglichst außerhalb der Hauptsaison und jenseits der überlaufenen Routen unterwegs ist, gerne mal improvisiert und sich im Urlaub nicht bedienen lassen muss, kann natürlich trotzdem Spaß am Caravaning haben. Ein Hauch von Abenteuer ist bei dieser Art des Reisens immer dabei – und genau das lieben eingefleischte Camper ja. Letztlich kennst du dich selbst am besten und weißt, ob ein Wohnmobilurlaub das Richtige für dich ist.
Häufige Fragen zum Wohnmobilurlaub
Was kostet ein Wohnmobilurlaub?
Für zehn Tage in der Hauptsaison solltest du mit einem gemieteten Wohnmobil rund 3.000 Euro einplanen. Die Miete liegt dann oft zwischen 100 und 200 Euro pro Tag, dazu kommen Campingplatz, Sprit, Maut und Verpflegung. In der Nebensaison wird es meist deutlich günstiger.
Welchen Führerschein brauche ich für ein Wohnmobil?
Mit dem Führerschein Klasse B darfst du Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht fahren. Für schwerere Fahrzeuge brauchst du in der Regel die Klasse C1 oder den alten Führerschein Klasse 3. Die geplante Erweiterung der Klasse B auf 4,25 Tonnen gilt in Deutschland erst nach der Umsetzung der EU-Richtlinie.
Darf man in Deutschland mit dem Wohnmobil frei stehen?
Wildcampen ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Erlaubt ist eine Übernachtung auf einem öffentlichen Parkplatz, wenn sie der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient – ohne Tisch, Stühle oder Markise. Für längere Aufenthalte brauchst du einen Camping- oder Stellplatz.
Ist Camping für Anfänger geeignet?
Ja, wenn du gut planst. Starte mit einem kompakten Wohnmobil, buche Stellplätze in der Hauptsaison vorher und mach deine erste Tour lieber kurz und in der Nähe. So lernst du Fahrzeug und Technik in Ruhe kennen.
Worauf sollten große Männer beim Wohnmobil achten?
Auf ausreichend lange und breite Betten, eine Nasszelle, in der du dich bewegen kannst, und genug Zuladung für alle Mitfahrer. Am besten setzt und legst du dich vor der Buchung einmal probeweise hinein.
Hast du schon Erfahrungen mit Ferien auf vier Rädern? Wie hat es dir gefallen? Wir würden uns freuen, wenn du deine Erlebnisse im Kommentarfeld mit der Pfundskerl-Community teilst.




